Sanyes goes...

Sanyes goes...

Kenya

Alles begann mit einem GEDANKEN, daraus wurde ein TRAUM, ich verfolgte mit allen "Wenn und Abers" mein ZIEL und dann war ICH tatsächlich hier...in KENIA!

Die vielen Eindrücke und Erlebnisse dieser 14 Wochen möchte ich sehr gerne teilen und freue mich über jeden der die Zeit und das Interesse hat,
mich "virtuell" zu begleiten! www.sanyes.at



Njoro, Nakuru, Naivasha, Nairobi

KenyaPosted by Sanyes Fri, December 20, 2013 23:55:01
Um auch mal was über Land und Leute zu berichten, die 4 N´s in denen ich bisher und in den letzten 6 Wochen gewesen bin:

NJORO ist der Ort in dem ich bis dato die meiste Zeit verbracht habe, hauptsächlich im Valley of Tumainis Childrens Home aber auch durch das kleine, nette Örtchen spaziere ich immer wieder mal, denn man kann Njoro sehr leicht zu Fuß erkunden...es gibt eine asphaltierte Hauptstraße und viele sog. Trampelpfade zu den einzelnen Häusern, Hütten und Geschäften! Sobald es regnet und das hat es leider doch recht häufig und heftig, scheinen diese Wege aber leider im Schlamm zu versinken, nichts desto trotz, müssen alle Einwohner diese Wege nutzen um hin oder retour zu kommen. Mein erster Einkauf waren also Gummistiefel um die mich so einige und besonders die Tumaini Kids beneiden...mein Plan ist es also, demnächst 21 Paar Gummistiefel zu kaufen :-))

Sehr süß finde ich die Tatsache, dass die Tiere wie Kühe, Schafe, Ziegen und Esel frei herumlaufen, sich quasi selber was zu futtern suchen und abends von selber wieder nach Hause trotten :-). Viele Einwohner hat Njoro nicht, aber man kann immer alle draußen vor den Hütten und Häusern antreffen, viele haben kleine Stände, womit sie ihr Geld verdienen indem sie z.B. die Ernte aus dem eigenen Garten verkaufen. Manchmal frage ich mich, wie eine Familie überleben kann, wenn ich mir so ansehe, was sie so am Stand liegen haben...ein paar Kartoffeln, zwei Bund Bananen und ev. noch ein paar Tomaten! Aber die Familien wissen wie man spart und kommen mit ganz wenigen Schillings am Tag aus, für unsere Verhältnisse undenkbar und meiner Meinung nach, sehr bewundernswert.








NAKURU ist die nächstgrößere Stadt, die 4.größte Kenias und ca. 20 Autominuten von Njoro entfernt. Immer wieder mal fahre ich hierhin und schlendere durch die Stadt. Die ganze City gleicht einem riesig großen Markt, wo man alles kaufen kann, was das Herz begehrt. Es ist hier in Kenia ganz normal, dass auf den Straßen und vor den Geschäften große Decken ausgebreitet und Holzstände aufgebaut werden und darauf dann das zu Verkaufende angeboten wird. Angefangen beim Lolli und Früchten über zig Klamotten und Schuhe bis hin zu den traditionellen Kunstgegenständen...alles käuflich erwerblich!
Hier habe ich auch ein sehr nettes Restaurant mit Balkon gefunden, von wo aus ich dem Treiben der Stadt gemütlich mit einem Tusker zu sehen kann :-)






Mein persönlich bevorzugtes Transportmittel (generell): das TUK TUK, welches ich bis dato nur aus Asien kenne, gibt es hier geilerweise auch. Viele Motorräder (Boda Boda´s) sowie Fahrräder mit "Rückbank" sind für die kurzen Strecken an jeder Ecke zu Hauf zu finden. Am Häufigsten sieht man aber Matatus (Kleinbusse) die für ganz wenig Geld Mensch, Tier und Gepäck von A nach B transportieren. Meist fahren die Kleinbusse von ziemlich hektischen Bahnhöfen ab, das Ziel wird mit Eisenschildern auf den Bus gestellt und erst wenn er voll ist, geht die Fahrt los. Fahrpläne oder Sitzplatzreservierungen gibt es hier scheinbar nicht und sobald ein Matatu angekommen ist, warten schon wieder ziemlich viele Menschen davor und wollen entweder selber in den Bus (bevor die anderen ausgestiegen sind :-)) für die nächste Fahrt, wollen dir ein Taxi vermitteln oder aber etwas verkaufen. Mit sog. Bauchläden gehen sie zwischen den Matatus herum und bieten dir selbst durch das Fenster noch ihre Waren an...von Wasser bis hin zur Sonnenbrille ist auch hier wiederum alles dabei, was man so brauchen oder eben auch nicht brauchen kann ;-) Da die Menschen sehr, sehr nett und freundlich sind, ist es manchmal schwer für mich, nicht jedem etwas abzukaufen aber sehr positiv empfinde ich es, dass nach einem kurzen Smalltalk die Händler mit einem Lächeln im Gesicht wieder gehen und nicht allzu aufdringlich sind. Da bei einer Wartezeit von sagen wir einer halben Stunde allerdings jede Minute jemand auf dich zukommt und dich anquatscht, kann das dann manchmal doch ein wenig nervig sein (aber nur ein bisschen, den ich verstehe, dass es lediglich ihr Job ist und sie so ihr tägliches Geld verdienen)!





NAIVASHA ist ein Ort auch hier im schönen Rift Valley am Lake Naivasha, wo Eva und ich zwei Tage lang geblieben sind und mit Mountainbikes eine Tour in den "Hells Gate Nationalpark" gemacht haben, vorbei an Büffel, Wildschweinen, Pavianen und Gazellen. Leider habe ich keine Fotos von den Tieren da ich mich nicht getraut habe so knapp neben den wilden Tieren stehen zu bleiben :-). Auch wenn der Aufenthalt hier wegen dem Tourismus im Verhältnis recht teuer war, habe ich hier eine der besten Holzofen Pizzen ever gegessen! :-)






NAIROBI ist die Hauptstadt Kenias mit über 3 Millionen Einwohnern und in dieser Stadt "wuselt" es nur so....viele, viele, viele Menschen sind hier unterwegs und viele, viele, viele Autos und Busse verstopfen die Straßen. Die Einwohner und der Verkehr bilden aber eine vermeintlich perfekte Symbiose und alles ist meist im "Flow". Was ich bis dato von Nairobi gesehen habe ist sehr konträr...einerseits wiederum die zahlreichen Geschäfte und Verkaufsstände bzw. Verkaufsdecken an den Straßen und das sog. reiche Finanzviertel mit seinen Hochäusern, Banken und teuren Läden, den propper gebauten Häusern und den schick angezogenen Menschen und andererseits die Slum´s an den Randbezirken. Alles ganz nahe beieinander.




Aufgrund meiner Kontakte zur Organisation Panairobi konnte ich einen besonderen Einblick in den Mathare Slum erleben. Um die Zustände wie die Menschen und Kinder dort leben müssen zu beschreiben, fehlen mir ehrlich gesagt immer noch die Worte...traurig und erschütternd zugleich, dass es bei all dem Reichtum in Afrika und in der ganzen Welt solche Lebensbedingungen überhaupt noch geben muss. Mit einem sehr beklemmenden Gefühl sind wir durch einen Teil der Slum´s gegangen und auch wenn sich die Kinder über die Abwechslung gefreut haben und uns niemand komisch angesehen hat, im Gegenteil, viele haben uns sehr freundlich gegrüßt und angelächelt, kam ich mir wie eine reiche Gafferin vor. Nach wie vor sehe ich es sehr zwigespalten, ob es den Bewohnern, die ja alle nicht freiwillig so leben tatsächlich recht ist, andererseits wird es ihnen beim täglichen Überlebenskampf wiederum so ziemlich egal sein. Schwer zu sagen, meine Gefühle dabei sind und waren sehr gemischt! Schätzungsweise leben über eine halbe Million Menschen in Mathare, es ist das zweitgrößte und zugleich ärmste Slum Kenias. Panairobi unterstützt im Moment ca. 100 Kinder und Jugendliche aus dem Gebiet und die Organisation hat direkt vor Ort ein Zentrum gebaut, wo die Kids zu jederzeit hingehen können, um eben nicht auf der Straße sein zu müssen oder in vielerlei Formen unterstützt werden. Die Homepage ist sehr empfehlenswert: www.panairobi.net .


Mit Susi hatten wir bis dato ein paar tolle Tage, angefangen mit der Führung und Vorstellung des Panairobi Office, einem Ausflug in den Nairobi Wald mit anschließenden äthiopischem Essen, einem feuchtfröhlichem Tusker Abend in einer Bar und wie in einem der nächsten Bericht zu lesen sein wird, einem Trip mit Panairobi zum Mount Longonot samt Vulkanbesteigung. Da sie seit einigen Jahren nun schon in Kenia lebt, gibt sie viel "Insiderwissen" weiter, was sehr interessant ist und nochmals andere Einblicke und Eindrücke in und über das Land gibt. Hier im Bild mit Robert, einer der Erfolgsgeschichten aus den Mathare Slums, der durch die Unterstützung Panairobis seit vielen Jahren u.a. seine Ausbildung finanziert bekam, nun ein tolles Ziel vor Augen hat und mit ähnlichen Projekten hier in Kenia weitermacht. :-)



Gemeinsam mit meiner Travelmate Eva die coolerweise seit 2 Wochen mit mir hier in Afrika ist, werde ich die nächsten Tage und Wochen hoffentlich noch vieles mehr erleben und bereisen. Als zusätzliches Highlight kommen noch zwei Freunde von uns angereist und wir werden u.a. einen afrikanisch-österreichischen Glühweinabend bei Susi zu Hause veranstalten, über Weihnachten auf Safari in die Masai Mara fahren und Silvester in der Nähe von Mombasa am wunderschönen Beach feiern. :-)


Ich freue mich sehr, über den "Besuch" meiner 3 Freunde und über die Erlebnisse und Eindrücke die in den nächsten Wochen noch auf mich warten.


Ich fühle mich sehr wohl und sicher im großen und weiten Afrika, was natürlich allem voran der Herzlichkeit und Liebenswürdigkeit der Menschen hier zu verdanken ist. Zum Abschluss noch eine Lebenseinstellung bzw. Weisheit die mir hier sehr gefällt: Hakuna Matata was soviel bedeutet wie: alles kein Problem!!